
Mikrozement
Mikrozement ist ein dünnschichtiges, mineralisches System für fugenlose Oberflächen auf Boden und Wand. Die geringe Aufbauhöhe macht es besonders interessant für Bestandsprojekte, bei denen ein ruhiges, durchgängiges Materialbild entstehen soll — vorausgesetzt, Untergrund, Nutzung und Schutzaufbau passen zum System.
Handverarbeitet
Wasserabweisend
Geringe Aufbauhöhe
Nahtlos
Überblick
Mikrozement ist eine dünnschichtige, mineralische Oberfläche für Böden, Wände, Treppen und Einbauten. Mit einer Aufbauhöhe von wenigen Millimetern entsteht ein homogenes, fugenloses Materialbild, das den Raum beruhigt und Boden und Wand in einem zusammenhängenden Konzept zusammenführt — handwerklich verarbeitet, mineralisch, ohne klassische Plattenfugen.
Gerade im Bestand spielt Mikrozement seinen Vorteil aus: Ein geeigneter Untergrund kann oft weiterverwendet werden, ohne dass alles rückgebaut werden muss. NSB Boden Design prüft im Vorfeld Untergrund, Feuchte, Nutzung und passenden Schutzaufbau — denn nicht jedes Projekt eignet sich automatisch dafür. Wo das System trägt, entsteht eine Oberfläche, die ruhig wirkt und im Alltag funktioniert.
Technik und Aufbau
Das System besteht aus einer polymermodifizierten Zementmasse, die in zwei bis drei Schichten von Hand aufgebracht und anschliessend versiegelt wird. Farbgebung und Oberflächentextur werden auf das Projekt abgestimmt. Entscheidend für die Dauerhaftigkeit ist nicht die Spachtelmasse allein, sondern die abschliessende Versiegelung — sie bestimmt, wie die Fläche auf Wasser, Abrieb und Reinigung reagiert. Der Materialcharakter bleibt mineralisch und handwerklich.
Mikrozement haftet auf einer Reihe geeigneter Untergründe — Fliesen, Beton, Zement, Gipskarton oder Holz — sofern diese tragfähig, stabil und systemgerecht vorbereitet sind. Haftung, Bewegungen im Untergrund, Feuchte und vorhandene Schichten müssen vorab geprüft werden. Nicht jeder Bestand ist automatisch geeignet; ein nicht stabilisierbarer Untergrund spricht in der Regel gegen Mikrozement.
In Badezimmern und anderen Nassbereichen entscheidet vor allem der Schutzaufbau über die Praxistauglichkeit: Abdichtung, Anschlussdetails und eine zur Nutzung passende Versiegelung müssen vor Projektbeginn geklärt sein. Auch Belastung, Reinigungsanforderung und Nutzungsdauer fliessen in die Systemwahl ein — eine schöne Oberfläche ist das eine, eine über Jahre funktionierende Ausführung ist das andere.
Wann Mikrozement das richtige System ist
Passt, wenn
- Ein durchgehendes, mineralisches Materialbild auf Boden und Wand ist gewünscht.
- Die Aufbauhöhe muss gering bleiben — Mikrozement trägt nur wenige Millimeter auf.
- Ein geeigneter Bestand (Fliesen, Beton, Zement, Gipskarton, Holz) soll ohne vollständigen Rückbau weitergenutzt werden.
- Boden und Wand sollen bewusst als zusammenhängendes Materialkonzept gedacht werden.
Eher nicht, wenn
- Die Fläche ist mechanisch oder chemisch extrem belastet — dann sind Harzsysteme passender.
- Der Bestand ist instabil, bewegt sich oder ist konstruktiv nicht zu stabilisieren.
- Sichtbare Zuschläge und klassische Materialtiefe sind gestalterisch erwünscht — dann ist Terrazzo die richtige Wahl.
- Im Vordergrund steht ausschliesslich die funktionale Aufwertung einer bestehenden Nutzfläche — dann ist eine Bodenbeschichtung präziser.
Einsatzbereiche
- Badezimmer und Duschen mit ruhigem, fugenlosem Materialbild
- Küchen und Arbeitsflächen mit dünnschichtigem, mineralischem Aufbau
- Wohnräume mit durchgehendem Boden- und Wandkonzept
- Wandflächen, Einbauten und Möbel mit einheitlicher Oberfläche
- Lofts, Gastronomie, Boutiquen und Showrooms mit bewusst reduziertem Materialcharakter
Mikrozement im Unterschied zu Terrazzo und Bodenbeschichtung
Mikrozement wird oft mit Terrazzo oder Bodenbeschichtung verglichen, erfüllt aber eine andere Rolle: dünnschichtige, mineralische Materialruhe statt sichtbarer Zuschlagstruktur oder rein funktionaler Nutzschicht. Daraus ergibt sich, welches System zu welcher Aufgabe passt.
Mikrozement
Dünnschichtig, mineralisch, fugenlos — die ruhige, handwerkliche Oberfläche für einheitliche Boden- und Wandbilder, mit geringer Aufbauhöhe und passend für geeigneten Bestand.
Terrazzoböden
Repräsentative, geschliffene Materialbühne mit sichtbaren Zuschlägen. Grössere Aufbauhöhe, klassischer Charakter — passend, wenn Materialtiefe und Substanz gewollt sind.
Mehr erfahrenBodenbeschichtung
Funktional-technische Aufwertung bestehender Flächen. Kein mineralischer Materialcharakter, dafür Schutz und Belastbarkeit — passend, wenn ein bestehender Nutzboden im Alltag verbessert werden soll.
Mehr erfahrenGestalterische Wirkung
Mikrozement führt Boden und Wand zu einem ruhigen, einheitlichen Materialraum zusammen. Die handverarbeitete Oberfläche zeigt den mineralischen Charakter des Materials — präzise, materialecht, ohne dekorative Inszenierung. Die Wirkung kommt aus der durchgehenden Fläche und dem Verzicht auf sichtbare Übergänge: hochwertig, aber nicht laut.
Geeignete Untergründe und Voraussetzungen
Mikrozement ist flexibel im Untergrund, aber nicht voraussetzungslos. Diese Punkte werden vor Projektbeginn geprüft.
Prüfpunkte
- Tragfähiger, trockener und rissarmer Bestand
- Haftungsfähige Oberfläche (Fliesen, Beton, Zement, Gipskarton, Holz)
- Geklärter Feuchte- und Nassbereichsschutz inklusive passender Abdichtung und Versiegelung
- Realistische Einschätzung von Nutzung, Belastung und Reinigungsanforderung
Häufig gestellte Fragen
Ja. Mikrozement wird häufig in Badezimmern und Nassbereichen eingesetzt, weil er fugenlose, ruhige Oberflächen ermöglicht. Entscheidend ist der vollständige Schutzaufbau — Abdichtung, Anschlussdetails und eine zur Nutzung passende Versiegelung müssen vor Projektbeginn geklärt sein.
In vielen Fällen ja. Bestehende Fliesen müssen dafür tragfähig, stabil und systemgerecht vorbereitet sein. Ob ein direkter Aufbau möglich ist, hängt vom Zustand des Untergrunds, von Bewegungen im Bestand und von der vorhandenen Haftung ab — das wird vor Projektbeginn geprüft.
Bei fachgerechtem Aufbau ist Mikrozement eine widerstandsfähige Oberfläche für den täglichen Gebrauch. Wie robust er sich verhält, hängt von Untergrund, Systemaufbau, Versiegelung und der tatsächlichen Nutzung ab. Für extreme mechanische oder chemische Belastung sind Harzsysteme das passendere Material.
Mikrozement ist dünnschichtig, mineralisch und homogen — ohne sichtbare Zuschläge. Terrazzo wird dicker aufgebaut, vor Ort gegossen, geschliffen und zeigt die Zuschläge bewusst. Mikrozement wirkt ruhig und durchgängig, Terrazzo repräsentativ und materialtief — beide sind fugenlos, aber mit unterschiedlichem Charakter und Einsatzfeld.
Bei extremer mechanischer oder chemischer Belastung sind Harzsysteme passender. Wenn ein sichtbarer, klassischer Zuschlagcharakter gewünscht ist, ist Terrazzo die richtige Wahl. Auch ein nicht stabilisierbarer Untergrund spricht gegen Mikrozement — und wenn ausschliesslich die funktionale Aufwertung einer bestehenden Nutzfläche im Vordergrund steht, ist eine Bodenbeschichtung der präzisere Einstieg.
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